![]() |
Pilgerreise vom
19.-26.2.2000 mit Schechinger Tours ins Heilige Land
|
|
| Nach Israel wollt ihr? Ist die Luft da nicht ein wenig zu bleihaltig? Solche Fragen mußte sich mancher der 51 Reiseteilnehmer anhören, als im Bekanntenkreis von der bevorstehenden Israelreise erzählt wurde. Als Pfarrer und Reiseleiter mußte ich manchen beruhigen, als die Medien wenige Tage vor Reisebeginn von Ausnahmezustand und kriegerischen Handlungen im Südlibanon berichteten. Im Flugzeug sitzend, war die Angst dann der gespannten Erwartung und Vorfreude gewichen. Reisehandbücher waren studiert, Bücher gelesen - nun wollten man es mit den eigenen Augen sehen, mit den eigenen Sinnen wahrnehmen, was die Vorstellungskraft übersteigt. Das Reiseprogramm für diese eine Woche ist proppenvoll. Zwei Tage in Galiläa, ein Wüstentag und wieder zwei Tage in Jerusalem liegen vor uns. Dutzende Busse stehen schon da, als wir uns auf den Parkplatz am Berg der Seligpreisungen schlängeln. Hier hat Jesus einst seine Bergpredigt gehalten. Überall sind Reisegruppen, die singen, beten oder gerade eine Messe zelebrieren. Wir bekommen einen ersten Eindruck von dem, was es heißt, hier im heiligen Land als Pilger unterwegs zu sein. Die Bibel gehört zum Reisegepäck und so lesen wir an jeder Stätte die dazu passenden Bibelstellen. Eine Stippvisite in Tabgha, an der Stätte der Speisung der Fünftausend, ein Besuch in Kapernaum, dem Ort an dem Jesus die meisten Wunder tat und dann die Fahrt auf dem See Genezareth. Nachmittags geht es dann hinauf auf den Golan. Plötzlich sind wir wieder zweitausend Jahre weiter, weg aus der Jesuszeit in der Gegenwart. Überall an Häusern und Zäunen Plakate: Hände weg vom Golan! Wir sind wieder mitten drin im aktuellen Konflikt zwischen Syrien und Israel. Ein Gespräch mit einem Kibbuznik, der seit 1967 nach dem Sechstagekrieg auf dem Golan lebt, verdeutlicht das Problem. Was wird aus den Menschen die heute hier leben, wenn Israel den Golan zurückgibt? Wer garantiert Israel den Frieden? Fragen, die offen bleiben. Nur eine Antwort war zu hören: unter den Syrern wollen wir hier nicht leben, dann gehen wir lieber! Am nächsten Tag besuchen wir unter anderem Nazareth. Die kleine Stadt, in der Jesus aufwuchs, ist heute eine Stadt mit über 100000 Einwohnern, zumeist muslimische und christliche Palästinenser, kaum Juden leben heute hier. Wir besuchen die Verkündigungsbasilika. Doch auch hier begegnen uns die aktuellen Probleme: Auf einem Platz unweit der Kirche beten Muslime ihr Mittagsgebet. Unser Reiseleiter klärt uns auf: Hier wollen die Moslems eine Moschee bauen, der jüdische Staat hat das nach Protesten der Christen nicht genehmigt. Als stille Gegenwehr beten seitdem hier täglich viele Moslems. Abends haben wir dann ein Gespräch mit dem Journalisten und Theologen Johannes Gerloff, der für mehrere kirchliche Zeitungen als Korrespondent in Israel arbeitet. Wir sitzen im Bunker, im Schutzraum eines Ferienheimes, der von wenigen Tagen noch Unterschlupf für mehrere Familien war, weil Giftgasangriffe oder Raketenbeschuß aus dem Libanon zu befürchten waren. Jetzt können wir unsere Fragen loswerden. Ein interessantes Gespräch kommt in Gang und beschäftigt uns bis spät in die Nacht. Nach zwei Tagen müssen wir nun Abschied nehmen von Galiläa und fahren durch den Jordangraben in Richtung Totes Meer. Beeindruckend wird uns gezeigt, wie die Israelis die Wüste fruchtbar gemacht haben. Dattelpalmenplantagen, Melonenfelder, Gemüseanbau rechts und links der Straße lassen uns immer wieder erstaunen. Wir fahren vorbei an Jericho, der ältesten Stadt der Welt. Plötzlich liegt dunstverhangen dasTote Meer vor uns. Doch zunächst steht ein Stop in Qumran an. Hier fand ein kleiner jordanischer Hirtenjunge 1947 zufällig in einer Höhle mehrer Schriftrollen inTonkrügen. Nach Untersuchungen stellte es sich heraus, daß es sich dabei um originale Bibelhandschriften die etwa 2000 Jahre alt sind, handelt. Bei dem anschließenden Bad im Toten Meer kommen dann auch die Nichtschwimmer unter uns in den Genuß ganz neuer Erfahrungen. Der hohe Salzgehalt bewirkt solchen Auftrieb, daß wir entspannt auf dem Rücken liegend schwimmen können Nach der judäischen Wüste steht am nächsten Tag der Negeb auf dem Programm. Ein Besuch am Grab von Ben Gurion, dem Staatsgründer der Staates Israel, dann eine Wanderung in die Oase Avdat. Unvergessliche Bilder bieten sich uns. Mitten in der Wüste ein Wasserfall und ein kleiner See. Ein Canyon in jahrmillionenaltes Gestein gefurcht. Schließlich der Aufstieg auf das Plateau durch schmale Treppen direkt an der Felswand, manchmal nur Leitern. Doch selbst die Ältesten, zwei über 70-jährige Damen, lassen sich diesen anstrengenden Fußmarsch nicht nehmen. Nach einer guten halben Stunde wartet oben ein Beduine in seinem Zelt und bietet uns Tee an. Jerusalem, die Hauptstadt Israels steht dann in den letzten beiden Tagen im Mittelpunkt. Jetzt sind wir wieder auf den Spuren Jesu, besuchen die Klagemauer, das wichtigste Heiligtum der Juden. Hier stoßen die heiligen Stätten der Juden und Moslems so dicht aneinander wie sonst nirgends auf der Welt. Sicherheitskontrollen wie auf dem Flughafen machen deutlich, wie explosiv die Situation ist. Direkt über der Klagemauer befindet sich der Tempelberg mit dem Felsendom. Wir stellen uns geduldig in die Schlange und hoffen noch vor dem Mittagsgebet auf den Tempelplatz zu kommen. Die Zeit ist knapp, doch die schwerbewaffneten Polizisten lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Schuhe aus und dann gehts zunächst in die El Aqusa-Moschee, später in den Felsendom mit seiner goldenen Kuppel. Doch jetzt drängeln die Ordnungskräfte, alle Touristen müssen schleunigst verschwinden, das Mittagsgebet beginnt gleich. So machen wir uns auf den Weg zur Via Dolorosa, dem Leidensweg Jesu mit der Grabeskirche als letzter Station. Wir gehen von dort weiter durch das jüdische Viertel der Altstadt auf den Zionsberg. Es begrüßt uns "König David" mit seiner Harfe und singt, als er mitbekommt, woher wir sind, gleich ein Loblied auf Deutschland. Hier auf dem Zionsberg besuchen wir das Davidsgrab und den Raum, in dem Jesus das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert hat. Abschließend fahren wir nach Bethlehem und besichtigen dort die Geburtskirche mit der Grotte, in der Jesus geboren sein soll. Am letzten Tag vor der Abreise besuchen wir zunächst den Ölberg mit seinem herrlichen Panoramablick auf Jerusalem. Hier befindet sich der Garten Gethsemane, in dem Jesus vor seiner Verhaftung gebetet hat. Danach steht als Abschluß des öffentlichen Programms noch der Besuch in Yad Vashem an. Hier befindet sich die Holocaust Gedenkstätte. Ich stehe in der großen Halle mit den Namen der europäischen Konzentrationslager. Neben mir steht ein etwa 13-jähriges jüdisches Mädchen und weint bitterlich. Vielleicht hat auch sie ihre Vorfahren in dieser Zeit verloren. Zwicka erzählt uns, daß viele junge Juden erst hier begreifen, was es heißt, Jude zu sein. So hat diese Gedenkstätte nicht nur die Aufgabe dafür zu sorgen, daß das nie vergessen wird, was damals geschah. Auch für die junge Generation in Israel ist es wichtig, zu wissen, welche Geschichte man hat. Innerlich aufgewühlt, traurig und beschämt zugleich, sitzen wir wieder im Bus und fahren zurück zur Altstadt. Hier bleiben jetzt noch ein paar Stunden Zeit, die Mitbringsel für die Lieben daheim zu besorgen. Eine Woche voller Eindrücke und Erfahrungenb, die erst noch bewältigt werden wollen, liegt hinter uns. Viele Meter belichtetes Zulluloid haben wir im Gepäck. Mancher hat sich fest vorgenommen: Da muß ich nochmal hin... |
||
|
Unsere Reisegruppe mit Möckern-Fahne |
![]() |
|
Senioren auf Tour - Rügenreise Frühjahr 2003
![]() Die Möckeraner Fraktion an Bord der MS Arkona |
Nach der ersten Gemeindereise 2000 nach Israel, sollten diesmal die älteren Senioren zu ihrem Recht kommen. Das Reiseziel war schnell gefunden. Unsere zweite Heimat, die Insel Rügen sollte es sein. Nun, sicher waren viele Reiseteilnehmer auch schon zu DDR - Zeiten dort, aber es war ja reizvoll, zu sehen, was sich seitdem verändert hat. So machten sich also 24 Senioren mit ihrem Pastor auf den Weg. |
| Schon die Hinfahrt hatte es in sich. Eine tolle Landschaft entlang der alten Alleen quer durch Mecklenburg. Satte grüne Wiesen, blühender Raps, die Ivenacker Eichen als besonderes Bonbon auf dem Hinweg. Doch dann kam bald der Weg über den Rügendamm und es folgten die ersten neugierigen Blicke auf die Insel. Vorbei ging es an den klassizistischen Bauten in Putbus. Die sind teilweise sehr schön restauriert. Es wird ein langer Tag, erst gegen 18.00 Uhr kommen wir im Inselhotel in Göhren an. | ![]() Hab mein Wage voll gelade... auf dem Weg zum Jagdschloss |
![]()
Nach dem Aufstieg |
Mit diesem Haus, das war schnell klar, hatten
wir eine gute Wahl getroffen. Zentral gelegen, freundlicher Service und schöne Zimmer zu
moderaten Preisen - das Haus ist eine Empfehlung wert! In den folgenden drei Tagen stand ein anstrengendes aber auch sehr interessantes Programm auf dem Reiseplan. Dampferfahrt zu den Kreidefelsen, Bummel durch Binz, Fahrt nach Granitz zum Jagdschluß und Aufstieg auf den Turm. Der "Rasende Roland", Rügens Schmalspurbahn brachte uns zurück. |
| Abends stand dann Good bye Lenin auf
dem Programm, für viele seit über 20 Jahren der erste Kinobesuch. Am nächsten Tag dann die obligatorische Rügenrundfahrt durch den Nordteil der Insel, begleitet von Doris Guster von Boys Reiseservice, die uns viel Wissenswertes über ihre Heimat erzählte. |
|
| Neben Bergen, der Marienkirche, Störtebeckers "Heimstatt" Ralswiek, Kap Arkona und dem Fischerdorf Vitt, machten wir noch einen Schwenk nach Prora, besuchten die ehemalige KDF Feriensiedlung und erfuhren viel über ihre Geschichte. | ![]() Arkona im Frühling |
![]()
Pfarrwitwenhaus in Gross Zicker |
Der letzte Tag stand ganz im Zeichen Mönchguts. Nach dem Besuch der Kirche und des Schulmuseums in Middelhagen, einer historischen Schulstunde mit Lehrerin Schmidt und der abschließenden Zeugnisausgabe endete der vergnügliche Vormittag. Weiter führte uns der Weg nach Gager, wo im "Anker" ein tolles Fischessen auf uns wartete. Rotbarsch im Bierteig war der Favorit und hat allen prima gemundet. |
Das Pfarrwitwenhaus, eines der ältesten Häuser auf Rügen stand danach auf dem Programm, ebenso natürlich die kleine Kirche in Groß Zicker. Einen schönen Blick über den Greifswalder Bodden konnten wir dann von Klein Zicker aus erleben. Das waren die letzten Eindrücke vor der Heimreise am nächsten Morgen. Und es wird gewiß nicht die letzte gemeinsame Reise gewesen sein, soviel stand wohl für alle TeilnehmerInnen fest. Es waren unvergessliche Eindrücke, eine schöne Gemeinschaft untereinander, eine Reise an die wohl alle gern zurückdenken werden. Auf ein Neues bei der nächsten Seniorenreise... |
|